Warum sich Parkett nach dem Verlegen hebt: Ursachen im Untergrund
Ein schwimmend verlegtes Parkett reagiert auf Feuchtigkeit im Untergrund wie ein Schwamm. Steigt sie von unten auf, quillt die Trägerplatte auf, die Ränder wölben sich nach oben. Dieser Effekt tritt oft Wochen nach der Verlegung auf, wenn der Boden bereits begehbar war. Wer die Ursache sucht, muss nicht am Parkett selbst ansetzen, sondern am Untergrund.
Die häufigste Ursache ist eine Estricheinbaufeuchte, die zum Verlegezeitpunkt noch zu hoch war. Zementestrich benötigt je nach Aufbau und Umgebung mehrere Wochen, calciumsulfatestrich sogar Monate, bis er belegreif ist. Wird zu früh verlegt, wandert die Restfeuchte in das Holz. Eine zuverlässige Methode, den tatsächlichen Feuchtegehalt zu bestimmen, ist das Estrich auf Restfeuchte prüfen mit CM-Gerät oder Feuchtemessung, bevor die Dämmung und der Bodenaufbau geschlossen werden. Nur so lässt sich klären, ob der Estrich wirklich trocken genug ist.
Neben der Restfeuchte kommen weitere Fehlerquellen in Betracht. Eine fehlende oder falsch verlegte Dampfsperre lässt Bodenfeuchte ungehindert aufsteigen. Auch eine unzureichende Randdämmung wirkt sich aus: Dehnt sich das Parkett aus, stößt es an die Wand und wölbt sich in der Mitte. Wird der Boden zudem in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit verlegt, ohne dass die Raumluft kontrolliert wird, kann die Feuchtigkeit von oben in die Fugen eindringen.
Die Behebung richtet sich nach der Ursache. Ist der Estrich noch zu feucht, hilft nur Abwarten oder eine technische Trocknung, bevor der Boden erneut verlegt wird. Bei fehlender Dampfsperre muss der Aufbau geöffnet und die Sperre nachgerüstet werden. Eine zu knappe Randdämmung lässt sich oft durch Nachschneiden korrigieren. Wer die Feuchtigkeit vor dem Verlegen misst, erspart sich diese Arbeit. Denn ein gewölbtes Parkett ist fast immer ein Zeichen dafür, dass der Untergrund nicht geprüft wurde.