Feuchtigkeit und Schimmel an der Außenwand durch falsch gedämmte
Feuchtigkeit an der Außenwand und Schimmelbildung in der Wohnung sind für viele Bewohner von Altbauten ein wiederkehrendes Problem. Oft wird die Ursache in undichten Regenrinnen, defekten Dachziegeln oder falschem Lüftungsverhalten gesucht. Dabei liegt die Ursache in vielen Fällen direkt hinter dem Heizkörper: eine unzureichend oder falsch gedämmte Heizkörpernische. Diese Nische ist eine klassische Wärmebrücke, weil die Außenwand an dieser Stelle deutlich dünner ist als in den übrigen Wandbereichen. Die Wand hat dort einen geringeren Wärmedurchlasswiderstand, sodass die Innenoberflächentemperatur der Nische bei kalten Außentemperaturen stark absinkt – häufig unter den Taupunkt der Raumluft.
Wird eine Heizkörpernische von innen mit Dämmplatten ausgekleidet, ohne dass der Anschluss an die angrenzenden Wandflächen und Fensterlaibungen sauber ausgeführt wird, entstehen Fugen und Kältebrücken. Die warme Raumluft gelangt an diese Stellen, kühlt schlagartig ab und gibt Feuchtigkeit frei. Diese Feuchtigkeit schlägt sich als Kondensat auf der kalten Oberfläche nieder. Schimmel hat auf dem feuchten Untergrund leichtes Spiel. Verschärft wird das Problem, wenn hinter dem Heizkörper eine Dämmung angebracht wird, die dampfdicht ist, während der Wandaufbau insgesamt diffusionsoffen bleibt. Dann kann Feuchtigkeit, die von außen oder aus dem Mauerwerk eindringt, nicht nach innen abtrocknen. Sie staut sich in der Nische und durchfeuchtet das Mauerwerk dauerhaft. Wer die Nische dämmen und die Wärmebrücke schließen möchte, muss den Aufbau daher genau auf den vorhandenen Wandquerschnitt und die Feuchtebelastung abstimmen – praktische Hinweise dazu finden sich in diesem Ratgeber: Heiznische dämmen und Wärmebrücke schließen. Entscheidend sind dabei eine lückenlose Verklebung der Dämmplatten, ein passender Putz und gegebenenfalls eine Dampfbremse auf der Raumseite.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Kombination aus Innendämmung und falscher Heizungsnutzung. Wird der Heizkörper in der Nische nur zeitweise betrieben, kühlt die Nischenfläche immer wieder aus. Die Temperatur schwankt, die Oberfläche bleibt lange feucht. Schimmelbildner wie Aspergillus oder Cladosporium benötigen nur eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 80 Prozent und Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius, um zu wachsen. In vielen Altbauten wird zusätzlich zu wenig gelüftet, weil die Fenster in der Nische schwer zugänglich sind. Die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Wäschetrocknen verteilt sich im Raum und kondensiert bevorzugt an der kältesten Stelle – eben der schlecht gedämmten Heizkörpernische. Wer dort nur oberflächlich saniert, verschiebt das Problem lediglich an die Nischenränder oder in die angrenzende Wand.
Eine fachgerechte Lösung beginnt mit der Analyse des Wandaufbaus und der Feuchtebelastung. Reine Innendämmung ohne Dampfsperre ist im Altbau selten dauerhaft erfolgreich, weil sie die Feuchtigkeit in die Konstruktion treibt. Besser ist häufig eine Dämmung, die den Taupunkt nach außen verschiebt, kombiniert mit einer dichten Luftschicht und einem kapillaraktiven Putz. In manchen Fällen ist es sinnvoller, die Nische ganz zu schließen und die Außenwand durchgehend zu dämmen. Wichtig bleibt in jedem Fall, dass die Heizfläche nicht direkt an der kalten Wand anliegt und dass die Nische regelmäßig auf Feuchtigkeit kontrolliert wird. Schimmel lässt sich nur dann dauerhaft vermeiden, wenn die Ursache – die Wärmebrücke – beseitigt wird und nicht nur die sichtbaren Flecken überstrichen werden.