Wie die Matratze den Schlaf beeinflusst: Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit, und die Ursachen liegen oft näher, als man denkt. Wer morgens mit einem steifen Kreuz aufwacht, sucht den Grund selten im eigenen Bett. Dabei ist die Matratze der wichtigste Faktor für eine gesunde Schlafposition. Sie stützt die Wirbelsäule über sieben bis neun Stunden jede Nacht. Ist sie zu weich, sinkt das Becken ein und die Lendenwirbelsäule wird überstreckt. Ist sie zu hart, entstehen Druckpunkte an Schultern und Hüfte, der Körper weicht aus und verkrampft. Beides führt zu Verspannungen, die sich tagsüber als Schmerz bemerkbar machen.
Die ideale Matratze richtet sich nach Körpergewicht, Schlafposition und individuellen Beschwerden. Seitenschläfer brauchen eine weichere Schulterzone, Rückenschläfer eine feste Unterstützung im Lendenbereich. Wer häufig auf dem Bauch liegt, sollte eher zu einer festen Variante greifen, um das Hohlkreuz zu vermeiden. Viele Menschen greifen jedoch beim Kauf zu willkürlich – nach Gefühl, nach Preis oder nach der Empfehlung des Verkäufers. Wer die Matratze richtig wählen möchte, sollte Härtegrad, Material und Maße aufeinander abstimmen. Ein zu großer Härtegrad bei geringem Gewicht ist genauso problematisch wie eine durchgelegene Federkernmatratze, die keine Stützfunktion mehr bietet.
Auch das Alter der Matratze spielt eine unterschätzte Rolle. Nach acht bis zehn Jahren verliert der Kern seine Elastizität, selbst wenn er optisch noch intakt wirkt. Latex und Kaltschaum halten länger als Federkern, verlieren aber ebenfalls an Rückstellkraft. Ein weiterer Faktor ist die Unterfederung: Ein Lattenrost mit zu großen Abständen oder gebrochenen Leisten zerstört die Wirkung jeder noch so guten Matratze. Wer unter Rückenschmerzen leidet, sollte daher nicht nur die Matratze, sondern das gesamte Schlafsystem prüfen. Oft reicht schon der Austausch eines verschlissenen Lattenrosts, um den Druck auf die Wirbelsäule deutlich zu senken.
Letztlich ist die Matratze kein Luxusartikel, sondern ein Gesundheitsfaktor. Ein Probeliegen von zehn Minuten im Möbelhaus reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob das Modell zum eigenen Körper passt. Besser ist es, auf Hersteller mit Rückgaberecht zu setzen und die Matratze zu Hause über mehrere Nächte zu testen. Wer morgens schmerzfrei aufsteht, hat die richtige Wahl getroffen. Wer regelmäßig mit Rückenschmerzen kämpft, sollte das Schlafzimmer als Ursache ernst nehmen – nicht erst, wenn der Orthopäde dazu rät.